• 23.10.2021 7:45

Mit 50.000 Euro in die Volljährigkeit

Gerade sind mir zwei Beiträge zum Thema Sparen bis zur Volljährigkeit des Kindes aufgefallen. Der Stern und Antenne Bayern veröffentlichten zeitgleich, wie wir es schaffen können, dem Kind einen guten Start ins Erwachsenenleben geben können. Beide gehen von der Summe von 50.000 Euro aus.

Diese Summe erscheint auf dem ersten Blick utopisch und wird für viele Eltern nicht erreichbar sein. Aber in Deutschland hat es eine gewisse Tradition, dass Eltern oder Großeltern schon für Kinder ein Konto eröffnen, um ein bisschen Geld anzusparen. Oft mit dem Ziel, wenn der Nachwuchs volljährig ist, das Studium oder auch “nur” den Führerschein zu ermöglichen.

Das Sparbuch

In der Vergangenheit gern dem Kind in die Wiege gelegt, ist angesichts von Null- und Minuszinsen nicht mehr wirklich zu empfehlen. Das Sparbuch hat zwar noch einen gewissen Symbolcharakter, kann zum Sparen schon lange keine Empfehlung mehr bekommen.

Vorsorgepakete

Versicherungen oder Banken schnüren auch gern Produkte für diese Personengruppe zusammen. Die “Heiratsversicherung” dürfte die wohl bekannteste dieser Sparformen sein. Aber nicht alles, was bei Banken und Versicherung unter Zukunftsvorsorge für Kinder läuft ist eine gute Idee. Oft sind es Kombiprodukte, die nicht nur Geld ansparen, sondern auch Risiken wie Unfall, Krankheit und Berufsunfähigkeit des Kindes absichern wollen. Diese Produkte sind meist unflexibel und fast immer zu teuer.

Festgeld

Ist eine der einfachsten Geldanlagen. Man legt einfach einmal einen Betrag auf ein Konto und lässt ihn dort wachsen. In der derzeitigen Zinssituation ist mit diese Anlageform auch kein großer Ertrag zu erwarten.
Auch mit zur Zeit einem Top-Zinssatz von 2% müssten die Großeltern schon mal 35.000 Euro locker machen um die 50.000 Euro in 18 Jahren zu schaffen.

Wertpapiere

Noch scheuen viele Deutsche den Gang an die Börse. Aber mit ETFs (Exchange Trade Funds), also börsengehandelten Fonds sollte jeder Anleger über 18 Jahren Sparzeit gute Renditen erzielen. Im Schnitt lag die Sparplanrendite bei einer Laufzeit von 18 Jahren bei rund 7,8% pro Jahr. Wenn man bei einem solchen Wert 110€ monatlich einzahlt, schafft man so den Gesamtbetrag von rund 50.000€.

Nun werden die jungen Eltern selten die einhundert Euro neben der eigenen Absicherung flüssig haben aber die meisten ETF-Sparpläne kann man mit 25 Euro beginnen. Das wären mit 18 Jahren immerhin 11.000 Euro. Fahrerlaubnis gesichert! Steigert der Sparer seinen Sparrate jedes Jahr um 10 Prozent, hat er nach 18 Jahren schon die doppelte Summe im Depot.

Dazu kommt, das ETF-Sparpläne extrem flexibel sind. Das angesparte Geld ist praktisch Börsentäglich abrufbar.

Noch zu klären wäre eine grundsätzliche Frage. Eröffnet man das Konto oder Depot auf den Namen des Kindes oder des Einzahlers? Der Vorteil von Kinderkonten ist, dass ihr Ertrag bis zu einer bestimmten Summe – aktuell rund 10.000 Euro – steuerfrei ist. Läuft das Konto auf den Namen des Kindes, kann es aber auch mit Erreichen des 18. Geburtstages frei über die Sparsumme verfügen – ganz egal, welche Verwendung die fleißigen Spender selbst im Sinn gehabt haben.

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